Mittwochmorgen

Mittwochmorgen.
Ich sitze vor meinem Computer, starre aus dem Fenster, aus den Boxen trällert
mir Theo Hutchcraft entgegen (übrigens ist der unglaublich heiss und meine
Ausnahme zusammen mit Ville Valo was meinen Männergeschmack angeht! Achja und
das Album Exile ist eines meiner absoluten Lieblingsalben!)

Meine Gedanken schweifen zusammen mit den Wolken über den Horizont.
Die letzten Tage war ich generell sehr nachdenklich, wenn nicht sogar einfach nur ausgelaugt.

Heute morgen um Punkt 7.30Uhr standen die Handwerker vor der Tür.
Vier viel zu gut gelaunte Trockenbauer die an die Arbeit wollten.
Taumelnd vor Müdigkeit stand ich zwischen Ihnen.
Ungeschminkt, mit zerzausten Haaren (zum kämmen kam ich ja noch nicht einmal), angeschwollenen Augen und frierend.
Ich sah wohl aus wie eine Mischung aus Pumuckel und Cruella de Vil.
Jedenfalls wurde mein Auftritt leise belächelt, was ich sogar verstand!

„Wo ist mein Kaffee? Wo ist überhaupt das Kabel zur Kaffeemaschine?“
Ich werde sauer. Richtig sauer!
Viel zu früh wurde mir jegliche Privatsphäre genommen, nicht mal pinkeln konnte ich gehen, da mein Klo in regelmäßigen Abständen zu Bauarbeiter Revier erklärt wurde.
Der dritte Handwerker lässt mittlerweile die Haustüre sperrangelweit offen.
Ich koche innerlich.
Meine bösen Blicke scheinen aber nicht zu helfen, denn die werden einfach ignoriert.
„Scheisse ist das kalt!“ schreit mein ganzer Körper.
Der Heizungsbauer reisst die Türe auf!  Genau der fehlte mir jetzt noch. Und nein, man muss auch nicht klingeln…
Er will wohl wissen wo er denn nun die Heizung setzen soll. Ich bin viel zu müde, kann nicht mal denken. Leise brabbel ich vor mich hin, dass es mir egal wäre.
Später fällt mir ein, dass ich ja eigentlich einen genauen Plan hatte, wo was hin sollte.
Zu spät!
Und jetzt geht auch noch dieser Lärm los….

Ich versuche trotz allem zu arbeiten. Allerdings stellte sich das als eine sehr doofe Idee heraus, als der dritte Arbeiter neugierig beim vorbeigehen auf meinen Computerbildschirm starrte.
Wie soll man sich den SO bitte konzentrieren?
Schnell verworf ich diesen Plan wieder und saß ratlos an meinem Tisch.

Seit Wochen ist nur dieser Umbau DAS Thema!
Ich komme zu nichts. Absolut nichts!
Und das ist wahrscheinlich der Hauptgrund wieso ich heute so besonders schlecht gelaunt bin.
Immer wieder muss ich mir vor Augen halten, dass sich all das lohnen wird.
Es wird perfekt werden.
Mein kleines Traumreich.
Wenn hier endlich alles geschafft ist, werde ich hier schön wohnen und perfekt arbeiten können.
Alles wird genau so sein, wie ich es mir so sehr wünschte.
Mein Arbeitsplatz wird ganz leicht zu erreichen sein.
Mein neues Schlafzimmer wird endlich genug Platz für all meine Kleidung und Schuhe bieten.

Solange ich mir diese schönen Gedanken mache, ist es irgendwie zu ertragen.
Letztenlich weiss ich, dass es vllt. noch bis Anfang Juli andauern wird, aber dann ist es geschafft.

Deswegen verzeiht mir, mein Blog ist immer noch meine große Leidenschaft und ihn so schweifen lassen zu müssen bricht mir das Herz, aber ich verspreche euch es wird wieder regelmäßige Posts geben. Habt Geduld!

Ich bin mir manchmal nicht so ganz sicher ob das alles so ganz genau die richtige Entscheidung war, aber lasst uns mal ehrlich sein, wir alle streben nach Perfektion und Verbesserung. Nicht nur an uns selbst, sondern eben auch was unser Umfeld angeht.

Wenn ich mich wohl fühle, die Räumlichkeiten hell und lichtdurchflutet sind, es gut riecht und alles um mich herum nett anzusehen ist, dann arbeite ich einfach besser. Punkt!
Auch wenn ich persönlich manchmal ein kleiner Chaot bin, brauche ich ein schönes, gemütliches und vorallem sauberes Umfeld.
Selbstständig zu sein ist nämlich manchmal gar nicht so einfach.
Man hat sozusagen ja keine Regeln vorgegeben an die man sich zu halten hat. Kein Büro was jeden Abend von der Putzfrau gesäubert wird. Keine festen Arbeitszeiten.

Wir Freiberuflicher sind für alles selbst verantwortlich!
Eben auch für unsere Räumlichkeiten.
Genau deswegen habe ich mich für diese Veränderung entschieden.
Eine Veränderung die sich auch auf meinen Arbeitsalltag auswirken wird.

Positiv!

Und endlich habe ich auch Zeit für meinen Kaffee!

11c

 

 

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