Gypsy One

Mittlerweile bin ich wieder aus Norwegen zurück (der Post darüber kommt übrigens auch die Tage) und sitze jetzt gerade im Tourbus nach Trier.
Dazwischen habe ich noch neue Outfitbilder für euch geschossen. Übrigens von einem meiner neuen Lieblingskleider!
Der Post dazu wird heute Abend kommen, da WLAN hier begrenzt ist und die Bilder einfach zu groß sind um sie hochzuladen.
Ich möchte euch aber ein bisschen vom Tourleben erzählen.
Wie gesagt, ich sitze gerade im Tourbus. Diesmal ein wirklich schöner! Und für vier Tage wird er wieder mein Zuhause sein.
Wir sind 14 Leute, was wirklich äußerst angenehm ist.
Die letzte Tour war da schon deutlich „anstrengender“, 21 Menschen in einem Bus!
Zu wenige Sitzplätze, Enge, so gut wie keine Privatsphäre!
Aber irgendwie klappt es! Man rauft sich zusammen und für die nächsten 3 Wochen werden diese Leute deine Familie und der Bus dein Zuhause!
Die „Küche“ die erst zu klein war, wird zum Luxusobjekt (mit Kaffeemachine, Spüle, Kühlschrank, eben allem was man so braucht und es reicht)!
Die Schlafkoje, die man zuerst für schrecklich eng empfand, wird zum gemütlichsten Schlafplatz den man sich vorstellen kann.
Und die Sitzlounge die einem viel zu wackelig und ungemütlich erschien wird zum Wohnzimmer.
Der Touralltag an sich ist nicht wirklich spannend, letztendlich eigentlich jeden Tag das selbe, bis man nach der ersten Woche nicht mal mehr weiss in welcher Stadt man sich gerade befindet (ja dieses Klischee ist tatsächlich wahr)!
Der Tag startet (zumindest für ein paar von uns) gegen 8 Uhr morgens, die meisten stehen aber wirklich erst zwischen 12 – 16 Uhr auf.
Gegen Mittag erreicht man meist die jeweilige Venue und sucht erstmal nach den Toiletten und dem Frühstück!
Frühstücken, dann duschen.
Danach wird das Equipment reingeschleppt. Um ca. 14 Uhr startet der Soundcheck. 17-18 Uhr gibt es Abendessen und um 19 Uhr öffnet meist die Venue ihre Türen und die Leute dürfen rein.
Die erste Show beginnt je nach Anzahl der Bands 1/2 – 1 Stune später.
Warten.
Vorbereiten.
Stagetime.
Die Halle scheint zu brennen.
Stickige Luft, Hitze und all diese Emotionen. Glückseligkeit, Sehnsucht, Liebe, Treue. Freudentränen kullern.
Eine explosive Mischung!
Zwischen 23-1.00 wird der Trailer geladen und der Bus fährt wieder ab. In die nächste Stadt!
Wo immer wir auch landen werden…

Irgendwie monoton.
Für mich wäre das absolut kein Dauerzustand.
Ich, jemand der Monotonie überhaupt nicht ausstehen kann!
Man ist zwar unglaublich viel unterwegs und in unzähligen Ländern und Städten, aber sieht so gut wie nichts davon.
Es ist eben ein Leben im Bus.
Frei, so endlos frei und zugleich gebunden und eingesperrt.

Trotz des ganzen Rummels und der ganzen Menschen auf engstem Raum um einen herum, kenne ich keinen Ort an welchem man besser zu sich finden kann.
Der immer gleiche Ausblick auf die Strassen macht nachdenklich.
Und wenn ich physisch schon nicht alleine sein kann, dann können es wenigstens mein Kopf und meine Gedanken, die von ganz alleine anfangen frei zu fliegen. Wie kleine Vögel, immer im Windschatten des Busses.
Der Bus ist wie eine eigene Welt, mit eigenem Rythmus.
Die Autos ziehen vorbei, man verliert jegliches Gefühl für Zeit. Sorgen werden vergessen, es gibt keine Verpflichtungen.
Es scheint als ob sich hier die Zeit selbst regelt, oder als wäre sie beim Start der Reise verloren gegangen.

Und am Ende herrscht nur Wehmut, schwere traurige Wehmut!
Melancholie, traurige Gesichter, Umarmungen und kleine glitzende Tränen die ganz leise die Wangen entlang kullern.

Bis der Zirkus von vorne beginnt.

Gypsy one.

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